Leseförderung durch Kooperation des „Studienseminars Heppenheim“, der „Stiftung  Lesen“ und dem „Kinopolis Viernheim“

„Leseförderung ist eine multimediale Herausforderung. Sie umfasst mehr als das klassische Lesen von Büchern. Ein pädagogischer Ansatz zur Leseförderung sollte die Welt der Jugendlichen ernst nehmen, um in dieser viel gescholtenen Jugend-Welt Türöffner zu finden, die wiederrum auf Bücher neugierig machen.“ erklärte Sabine Uehlein als Mitarbeiterin der deutschen „Stiftung Lesen“.

Seit einigen Wochen läuft im Viernheimer Einzugsbereich die Veranstaltungsreihe „Viernheim liest“, zu deren Gelingen viele öffentliche Einrichtungen ihren Beitrag leisten. In diesem Zusammenhang wurde nun eine „Referendar- und Ausbilder-Fortbildung“ im Kinopolis Viernheim veranstaltet, die sich mit den Möglichkeiten der „Leseförderung durch Kinofilme“ beschäftigte.

Als Kooperationpartner fanden sich hierzu das Studienseminar Heppenheim, das Kinopolis Viernheim & die Stiftung Lesen. An der konkreten Durchführung waren die Leiterin des Studienseminars,

Frau Aloisia Weimar-Wiecha, die Führungsebene des Kinopolis sowie die beiden Vertreter der Stiftung Lesen, Frau Sabine Uehlein und Herr Jens Schillinger beteiligt.

Hierzu traf sich die gesamte Ausbildergruppe des Studienseminars mit allen Referendaren morgens im Veranstaltungsort Kinopolis Viernheim. Nach der Begrüßung und Einführung durch Frau Weimar-Wiecha, wurde mittels eines kurzen Vortrags von Frau Uehlein und Herr Schillinger das Konzept der Leseförderung  der Stiftung Lesen vorgestellt. Ein wichtiges Betätigungsfeld der Stiftung findet sich seit einigen Jahren in einer Kooperation zwischen Filmverleihanstalten, der Stiftung Lesen und den Kinobetreibern. Dazu erarbeitet die Stiftung Lesen praktische Handreichungen zur Nutzung von Kinofilmen im Unterricht welche den Lehrern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Diese seit Jahren bundesweit gern genutzten pädagogischen Broschüren bieten gute Unterrichtshilfen für eine große Vielzahl von Fachlehrern. Neben der fächerübergreifenden Ausrichtung ist es den Redakteuren wichtig, praktische Tipps und Materialien zur Verfügung zu stellen, bzw. eine Ideensammlung für eigene Unterrichtsansätze zu bieten. Zusätzlich wird jeweils der literarische Hintergrund der Filme ansprechend gewürdigt und viele Lesetipps zum Weiterlesen für die Schüler gegeben.

Nach der angeschlossenen offenen Gesprächsrunde über die Arbeitsweise der Stiftung Lesen präsentierten Frau Uehlein und Herr Schillinger das aktuelle Projekt zum Film „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“, der schließlich in voller Länge vorgeführt wurde. Der Film selbst greift viele bekannte literarische Werke und Figuren auf, zu denen unter anderem Quatermain, Dorian Gray, Dr. Jekyll & Mr Hide, Kapitän Nemo und Tom Sawyer gehören. Die genannten Figuren formieren sich schließlich losgelöst ihrer ursprünglich-bekannten Rolle zu Helden im klassischen Sinne um gemeinsam eine globale Gefahr ab zu wehren.

Nach der Filmvorführung kamen die Teilnehmer der Fortbildung erneut in eine intensive Diskussion um Probleme und Möglichkeiten der pädagogischen Nutzung des Filmwerkes zu beleuchten. Teilweise wurde der Film als gewaltverherrlichend empfunden oder die literarischen Charaktere als zu entfremdet bezeichnet. In der Diskussion ergab sich allerdings schließlich die Übereinstimmung darüber, dass die genutzten Kinofilme keinesfalls dem Charakter von Lehrfilmen gleichkommen sollen. Sie bieten besondere Möglichkeiten, da sie aus der privaten Lebenswelt der Schüler entnommen sind, erfordern aber auf der anderen Seite einer besonders intensiven Vorbereitung durch die Lehrerschaft, da viel Erfahrenswertes zunächst entdeckt und entschlüsselt werden muss. Letztlich hat das unterschiedliche Echo der Fortbildungsteilnehmer gezeigt, dass der Film viele Diskussionsanlässe bietet und deshalb auch ein interessanter mediendidaktischer Unterrichtsgegenstand sein kann. Mit dieser gemeinsamen Erkenntnis und der Verabschiedung der Stiftungsvertreter durch die Studienseminarleiterin Weimar-Wiecha wurde die gelungene Veranstaltung dann am Nachmittag beschlossen.

Frank Maus

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